Künstliche Intelligenz & Datenschutz

KI verantwortungsvoll und rechtskonform einsetzen.

Der EU AI Act stellt neue Anforderungen an Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln. Wir begleiten Sie von der Risikoklassifizierung über die DSGVO-konforme Implementierung bis zur laufenden KI-Governance.

Erfahrung seit 2018

2025
EU AI Act in Kraft
4
Risikoklassen
35 Mio €
Max. Bußgeld

Der EU AI Act – Was Sie wissen müssen

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist die weltweit erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz. Er verfolgt einen risikobasierten Ansatz und legt je nach Gefährdungspotenzial unterschiedliche Pflichten für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen fest.

Stufenweises Inkrafttreten

Die Verordnung tritt schrittweise in Kraft: Verbotene Praktiken ab Februar 2025, GPAI-Regeln ab August 2025 und Hochrisiko-Anforderungen ab August 2026.

Risikobasierter Ansatz

KI-Systeme werden in vier Risikoklassen eingeteilt: unannehmbar, hoch, begrenzt und minimal. Je höher das Risiko, desto strenger die regulatorischen Anforderungen.

Empfindliche Sanktionen

Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes – je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Geltung für alle Akteure

Der EU AI Act betrifft nicht nur KI-Entwickler, sondern auch Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen (Deployer) – unabhängig davon, ob der Anbieter in der EU sitzt.

EU AI Act – Timeline
Aug 2024
Inkrafttreten
Feb 2025
Verbotene Praktiken
Aug 2025
GPAI-Regeln
Aug 2026
Hochrisiko-KI
Handlungsbedarf jetzt: Die Verbote für bestimmte KI-Praktiken gelten bereits seit Februar 2025. Unternehmen sollten umgehend prüfen, ob ihre KI-Anwendungen betroffen sind.

Risikoklassifizierung nach EU AI Act

Das Herzstück des EU AI Acts ist die Einteilung von KI-Systemen in vier Risikostufen. Für jede Stufe gelten unterschiedliche Anforderungen – von vollständigen Verboten bis hin zu freiwilligen Verhaltenskodizes. Die korrekte Einordnung Ihrer KI-Anwendungen ist der erste Schritt zur Compliance.

Unannehmbares Risiko – Verboten

Social Scoring durch Behörden, biometrische Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum, Manipulation vulnerabler Gruppen und Emotionserkennung am Arbeitsplatz/in Bildung.

Hohes Risiko – Strenge Anforderungen

Biometrische Identifizierung, kritische Infrastruktur, Personalentscheidungen (Recruiting, Beurteilung), Kreditwürdigkeit, Justiz und Strafverfolgung, Asyl und Migration.

Begrenztes Risiko – Transparenzpflichten

Chatbots, Deepfakes, Emotionserkennung und KI-generierte Inhalte müssen als solche gekennzeichnet werden. Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren.

Minimales Risiko – Freiwillige Kodizes

Spamfilter, Empfehlungssysteme, Spiele-KI und ähnliche Anwendungen. Keine gesetzlichen Pflichten, aber freiwillige Verhaltenskodizes werden empfohlen.

Risikoklassen im Überblick
!

Unannehmbares Risiko

Vollständig verboten. Verstoß: bis 35 Mio. € / 7 % Umsatz.

H

Hohes Risiko

Konformitätsbewertung, Risikomanagement, Daten-Governance, Transparenz, menschliche Aufsicht.

B

Begrenztes Risiko

Kennzeichnungs- und Informationspflichten gegenüber den Nutzern.

M

Minimales Risiko

Keine regulatorischen Pflichten. Freiwillige Verhaltenskodizes empfohlen.

DSGVO & KI – Die Herausforderungen

Der Einsatz von KI-Systemen berührt zahlreiche Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung. Neben dem EU AI Act müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Anwendungen auch vollständig DSGVO-konform betrieben werden – von der Rechtsgrundlage bis zu den Betroffenenrechten.

Rechtsgrundlage für KI-Training

Das Training von KI-Modellen mit personenbezogenen Daten erfordert eine tragfähige Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO – insbesondere bei Verarbeitung besonderer Kategorien (Art. 9).

Automatisierte Einzelentscheidungen (Art. 22 DSGVO)

Wenn KI-Systeme Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung treffen, greift das Verbot automatisierter Einzelentscheidungen. Betroffene haben ein Recht auf menschliche Intervention.

Transparenz & Erklärbarkeit

Betroffene haben das Recht, aussagekräftige Informationen über die Logik, Tragweite und angestrebten Auswirkungen einer automatisierten Verarbeitung zu erhalten (Art. 13, 14, 15 DSGVO).

Betroffenenrechte & DSFA

KI-Systeme erfordern regelmäßig eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nach Art. 35 DSGVO. Auskunfts-, Löschungs- und Widerspruchsrechte müssen auch bei KI-Verarbeitung gewährleistet sein.

DSGVO-Checkliste für KI-Einsatz
Rechtsgrundlage für Datenverarbeitung geprüft
Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchgeführt
Transparenzpflichten erfüllt (Art. 13/14)
Betroffenenrechte gewährleistet (Art. 15–22)
Auftragsverarbeitungsvertrag mit KI-Anbieter
Drittlandtransfer geprüft (z.B. USA/OpenAI)
Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM)
Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten aktualisiert

KI-Richtlinien für Ihr Unternehmen

Ohne klare interne Regelungen riskieren Unternehmen unkontrollierten KI-Einsatz durch Mitarbeitende – sogenannte „Shadow AI“. Wir entwickeln für Sie praxistaugliche KI-Nutzungsrichtlinien, die Innovationsfreiheit und Datenschutz in Einklang bringen.

Zugelassene KI-Tools definieren

Whitelist genehmigter KI-Anwendungen mit datenschutzrechtlicher Bewertung: Welche Tools dürfen für welche Zwecke genutzt werden?

Vertraulichkeitsklassen & Dateneingabe

Klare Regeln, welche Daten in KI-Systeme eingegeben werden dürfen. Kategorisierung nach Vertraulichkeitsstufen: öffentlich, intern, vertraulich, streng vertraulich.

Qualitätssicherung & Kennzeichnung

Vorgaben zur Überprüfung von KI-generierten Ergebnissen (Human-in-the-Loop) und Pflichten zur Kennzeichnung KI-erstellter Inhalte intern wie extern.

KI-Richtlinien-Check
KI-Nutzungsrichtlinie vorhanden
Zugelassene Tools (Whitelist) definiert
Vertraulichkeitsklassen konfiguriert
! Kennzeichnungspflicht teilweise umgesetzt
Human-in-the-Loop aktiv
! Schulungsnachweis ausstehend
Dateneingabe nach Vertraulichkeit
Öffentlich
Erlaubt
Intern
Mit Freigabe
Vertraulich
Nur genehmigte Tools
Streng vertraulich
Gesperrt

Unsere KI-Datenschutz-Leistungen

Von der ersten Bestandsaufnahme bis zur laufenden Compliance-Überwachung: Wir begleiten Ihr Unternehmen umfassend beim datenschutzkonformen KI-Einsatz und der Umsetzung des EU AI Acts.

KI-Risikoklassifizierung nach EU AI Act

Systematische Einstufung aller eingesetzten KI-Systeme in die Risikoklassen des EU AI Acts mit Ableitung konkreter Compliance-Pflichten.

DSFA für KI-Systeme

Durchführung spezialisierter Datenschutz-Folgenabschätzungen für KI-Anwendungen – von Profiling bis zum automatisierten Entscheiden.

Erstellung von KI-Nutzungsrichtlinien

Maßgeschneiderte Richtlinien für den sicheren KI-Einsatz: Zugelassene Tools, Vertraulichkeitsklassen, Qualitätssicherung und Kennzeichnungspflichten.

Schulungen: „KI sicher nutzen“

Praxisnahe Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte zum rechtskonformen Umgang mit ChatGPT, Copilot und weiteren KI-Tools.

Vendor-Assessment & KI-Implementierung

Datenschutzrechtliche Bewertung von KI-Anbietern und Begleitung bei der Einführung neuer KI-Systeme im Unternehmen.

Leistungsübersicht
Risikoklassifizierung
DSFA für KI
KI-Richtlinien
KI-Schulungen
Vendor-Assessment
Implementierung

Praxisbeispiele – KI im Unternehmensalltag

KI-Anwendungen sind längst im Geschäftsalltag angekommen. Doch jeder Einsatzbereich bringt spezifische datenschutzrechtliche Herausforderungen mit sich. Wir kennen die typischen Fallstricke und begleiten Sie bei der rechtskonformen Umsetzung.

ChatGPT & Copilot im Unternehmen

Datenschutzkonforme Nutzung von Large Language Models: Verhinderung von Datenlecks, Konfiguration von Enterprise-Versionen, Nutzungsrichtlinien für Mitarbeitende.

KI im Recruiting

Automatisierte Bewerberauswahl ist nach EU AI Act eine Hochrisiko-Anwendung. Anforderungen: Diskriminierungsfreiheit, Transparenz, menschliche Aufsicht und DSFA.

KI im Kundenservice (Chatbots)

Chatbot-Einsatz erfordert Transparenz: Kunden müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren. Zudem gelten Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Anfragen.

KI in der Gesundheitsbranche

Besonders sensibel: Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO). KI-Diagnostik und Patientendaten-Analyse erfordern höchste Schutzstandards.

KI für Datenanalyse & Profiling

Profiling und automatisierte Entscheidungsfindung unterliegen strengen DSGVO-Vorgaben (Art. 22). Wir unterstützen bei der rechtssicheren Gestaltung von Scoring- und Analysesystemen.

Typische KI-Anwendungsfälle & Risikostufe
H

KI-gestütztes Recruiting

Hohes Risiko: Konformitätsbewertung, DSFA, Bias-Monitoring erforderlich.

H

Kreditwürdigkeitsprüfung

Hohes Risiko: Transparenz, Erklärbarkeit und menschliche Aufsicht Pflicht.

B

Chatbot / Kundenservice

Begrenztes Risiko: Kennzeichnung als KI-System erforderlich.

M

Spamfilter / Empfehlungen

Minimales Risiko: Keine spezifischen Pflichten aus dem EU AI Act.

KI-Governance Framework

Nachhaltiger und rechtskonformer KI-Einsatz erfordert ein strukturiertes Governance-Framework. Wir helfen Ihnen, klare Verantwortlichkeiten, Prozesse und Kontrollmechanismen zu etablieren – damit KI in Ihrem Unternehmen langfristig sicher und compliant betrieben wird.

Verantwortlichkeiten definieren (AI Officer)

Benennung eines KI-Verantwortlichen (AI Officer), der die Überwachung des EU AI Act-Compliance und die Koordination aller KI-bezogenen Aktivitäten verantwortet.

Risikomanagement für KI

Systematische Identifikation, Bewertung und Mitigation von KI-spezifischen Risiken – inklusive Bias, Halluzinationen, Datenqualität und Modell-Drift.

Monitoring & Audit von KI-Systemen

Laufende Überwachung der KI-Systeme auf Performanz, Fairness und Compliance. Regelmäßige Audits zur Sicherstellung der Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Incident Management bei KI-Fehlern

Etablierung klarer Prozesse für den Umgang mit KI-Fehlfunktionen, fehlerhaften Entscheidungen und Sicherheitsvorfällen – inklusive Meldepflichten und Eskalationswege.

Dokumentation & Compliance-Nachweis

Lückenlose Dokumentation aller KI-Systeme, Risikobewertungen, Maßnahmen und Entscheidungen – als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden und Geschäftspartnern.

KI-Governance in 5 Schritten
1

Bestandsaufnahme & Inventar

Erfassung aller eingesetzten KI-Systeme und Risikoklassifizierung nach EU AI Act.

2

Richtlinien & Verantwortlichkeiten

Erstellung von KI-Policies, Benennung des AI Officers und Definition von Rollen.

3

Risikomanagement & DSFA

Systematische Risikobewertung und Datenschutz-Folgenabschätzungen für alle relevanten KI-Anwendungen.

4

Schulung & Awareness

Training aller Mitarbeitenden im sicheren Umgang mit KI-Tools und den regulatorischen Anforderungen.

5

Monitoring & kontinuierliche Verbesserung

Laufende Überwachung, Audits und Anpassung des Governance-Frameworks an neue Entwicklungen.

Datenschutz ist Vertrauenssache.

Warum Unternehmen auf Dezor & Kollegen vertrauen.

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